Gender-Paradoxien by Judith Lorber (auth.)

By Judith Lorber (auth.)

Mit den Gender-Paradoxien erscheint das wichtigste Buch der in ny lebenden Feministin und Soziologin Judith Lorber in deutscher Sprache. Auf der Grundlage eines sozial-konstruktivistischen Ansatzes zeigt Lorber, wie die Unterschiede zwischen Frauen und Männern ebenso wie die Unterschiede zwischen Hetero- und Homosexuellen in der sozialen Praxis hergestellt und institutionalisiert werden. Dabei wird Gender als soziale Basis-Institution konzeptualisiert, die - vergleichbar den Institutionen Familie, Ökonomie und faith - das soziale Leben in allen gesellschaftlichen Bereichen grundlegend strukturiert und prägt. Darüber hinaus nimmt Judith Lorber eine kategoriale Differenzierung zwischen intercourse, Sexualität und Gender vor. Jede dieser Kategorien ist sozial konstruiert, und jede entzieht sich bei genauerer Betrachtung einer binären Ordnung.Zielsetzung des Buches ist ein Beitrag zur Beseitigung der Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen. "Wenn die gender-Ungleichheit abgeschafft werden soll, müssen die gender entweder in jeder Hinsicht völlig gleichgestellt werden oder gender darf nicht länger eine zentrale soziale Kategorie sein, die bestimmt, welcher soziale prestige einem Menschen zugewiesen wird."

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Partizipation und Soziale Arbeit: Einflussnahme auf das subjektiv Ganze

Partizipation ist zu einem omnipräsenten Stichwort in der Sozialen Arbeit geworden. Dabei wurde allerdings Partizipation zu einer Leerformel: used to be genau eigentlich gemeint wird, wenn von Partizipation gesprochen oder geschrieben wird, ist kaum mehr erkennbar. Bringfriede Scheu und Otger Autrata leiten ein grundlegendes Verständnis von Partizipation her und erläutern es: Partizipation ist als Gestaltung des Sozialen und als Einflussnahme auf ein subjektiv Ganzes zu definieren.

Zerebrale Ischämien

Auf der Grundlage neuer Erkenntnisse über die verschiedenen Ursachen und Pathogenesen zerebraler Ischämien durch verbesserte diagnostische Untersuchungsmethoden wie z. B. Ultraschall, Computer-Tomographie, Magnet-Resonanz-Tomographie und Positronen-Emissions-Tomographie wird in diesem Buch die traditionelle Stadieneinteilung des Schlaganfalls ergänzt durch ätiologische Überlegungen, die Grundlage therapeutischer Maßnahmen sein sollen.

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Aha, dachte ich, ein Junge. Dann sah ich in den Ohren des Kindes winzige Ohrringe glitzern und, als die beiden ausstiegen, seine geblümten Turnschuhe und spitzenbesetzten Söckchen. Also doch kein Junge. Gender gemacht. Als Bestandteil des täglichen Lebens ist uns gender so vertraut, daß unsere Erwartungen, wie Frauen und Männer sich verhalten sollten, gewöhnlich erst bewußt durchbrochen werden müssen, damit wir überhaupt merken, wie gender produziert wird. Gender-Zeichen und -signale sind so allgegenwärtig, daß wir sie gewöhnlich gar nicht bemerken - es sei denn, sie fehlen oder sind zweideutig.

Vermittelt über die vergeschlechtlichten Persönlichkeiten und Identitäten werden sie dann verinnerlicht und bereitwillig ausagiert Die wohlbekannten Daten zu Frauen und Männern in Wirtschaft, Bildung, Medien, Recht, Medizin und Politik sind die konkreten Erscheinungsformen einer all dem zugrunde liegenden Struktur - der sozialen Institution gender. ). Im vorliegenden Buch werden diese Gedanken ausgeführt und dokumentiert. Obwohl viele Paradoxien von gender das ganze Buch über immer wieder angesprochen werden, wird in den einzelnen Kapiteln jeweils ein bestimmtes behandelt: Warum konstruiert gender Differenz und Gleichheit zugleich?

4 Während es jedoch das politische Anliegen der französischen Feministinnen war, die Sexualität der Frauen und ihre Darstellung in der Literatur neu zu bewerten, vertreten die kulturellen Feministinnen die These, Sexualität und gender seien bewegliche, fließende Kategorien. Indem sie die miteinander verflochtenen Stränge der sozialen Konstruktionen von Körper, Selbst, Begehren und symbolischer Repräsentation herausarbeiten, üben die kulturellen Feministinnen Kritik an einer feministischen Politik, deren alleiniger Ansatzpunkt der unterdrückte Status der Frauen ist, und plädieren stattdessen für einen eher subversiven Ansatz, der die festgefügte, auf den Konzepten von zwei sexes und zwei gender basierende soziale Ordnung unterminiert.

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